Donnerstag, den 25. Mai 2017

Definitiv kein Honiglecken: Was im Wrestling zählt

April 16, 2017 by  
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Geld verdienen lässt sich mit Wrestling zweifellos, nichtsdestotrotz war die Imagekorrektur in deutschen Landen eine schwere Geburt. Lange Zeit als Prügelei auf Jahrmärkten verschrien hat der Sport nach und nach jenes lebhafte Echo gefunden, das ihm gebührt. So wird in den USA Wrestling als Familienunterhaltung gehandelt. Und das nicht erst seit gestern. Eins blieb allerdings da wie dort unverändert: Der Sport lebt von seinen Protagonisten, die aus freien Stücken ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

 

Unterhaltungskünstler in Badehosen

Ins Unreine gesprochen ist Wrestling schlicht und einfach Ringen. Nicht von ungefähr sind jedoch in den amerikanischen Breiten die Attribute „Amateur“ und „Professional“ üblich. Während nämlich Amateure durch Flüssigkeitsentzug und Diät mit einer niedrigeren Gewichtsklasse kokettieren und in beinharten Ausscheidungsturnieren um das Olympiaticket kämpfen, ist es Profis ums reine Entertainment zu tun. Wer mithin auf die ernste sportliche Auseinandersetzung aus ist, hat in der World Wrestling Entertainment, Inc. (WWE) nichts verloren und sollte sich stattdessen in die Ultimate Fighting Championship (UFC) verfügen. Mixed Martial Arts und Wrestling sind zwar zweierlei Stiefel, nach zwei Niederlagen in Folge dürfte aber nächstens mit dem Comeback der ehemaligen Bantamgewicht-Titelträgerin Ronda Rousey zu rechnen sein. Insofern ist es allemal ratsam, sich über die Live-Sportwetten bei Anbietern wie bet365 auf dem Laufenden zu halten. Kurzweil verspricht jedenfalls damit ebenso die Exjudoka, wenn auch auf ihre Art.

Die Show der Profi-Wrestler mag durchaus einem Drehbuch folgen, des ungeachtet riskieren die Muskelpakete allabendlich im Ring Kopf und Kragen. Dieses Spektakel ist gemeinhin als Action-Seifenoper bekannt. Mit ihr rollt nachweislich der Rubel. Publikumsliebling trifft auf Bösewicht. Beide hauen einander die Hucke voll und folgen dabei einer einstudierten Choreografie. Vorangetrieben wird die Handlung durch schauspielerische Einlagen, in denen die fiktiven Charaktere der Protagonisten ausgelebt werden. Kurzum: Wer über Muckis verfügt, aber mit der Schauspielerei nichts am Hut hat, eignet sich fürs Wrestling nicht. Es hat schließlich seinen guten Grund, warum mit WWE ein Unterhaltungsgigant das Zepter schwingt.

 

Autoren der Schmerzen

Angesichts der hohen Verletzungsgefahr darf Wrestling durchaus als schweres Brot bezeichnet werden. Risse und Brüche stehen nahezu auf der Tagesordnung, aufs Genick will besonders Obacht gegeben werden. Eine längere Verletzungspause gehört faktisch zum Geschäft. Fehler passieren. Auch die Superstars sind nur Menschen. Deshalb ist eine unsaubere Ausführung einer Aktion nicht auszuschließen.

 

Die WWE hat aus der Vergangenheit gelernt und sich für strikte Gesundheitsrichtlinien ausgesprochen. Allzu gefährliche Aktionen wurden aus dem Programm genommen, manche Show-Effekte gestrichen. Der Unfalltod des Superstars Owen Hart ist ebenso im Gedächtnis geblieben wie der Amoklauf von Chris Benoit. Während Hart durch ein technisches Gebrechen von der Decke stürzte, hat Benoit sich und seiner Familie kurzerhand ein Ende gesetzt. Die Autopsie bescheinigte ihm das Gehirn eines 85-jährigen Alzheimerpatienten.

 

Willensstarke Persönlichkeiten

Wer trotz Fallschule und jahrelangem hartem Training stets mit Schmerzen konfrontiert ist, braucht einen eisernen Willen, die Karriere des Wrestlers einzuschlagen. Namentlich weil es die wenigsten in die WWE schaffen.

 

Ex-Nationaltorwart Wiese als Wrestler auf Eis gelegt

Tim Wiese kann ein Lied davon singen, was es heißt, einem Traum hinterherzujagen. Seit seinem Wrestling-Debüt vergangenen November in München ist es um den früheren Bundesliga-Keeper ruhig geworden. Bei der Deutschland-Tour der WWE Ende Februar 2017 war der 35-Jährige jedenfalls nicht mit von der Partie. In der offiziellen Begründung der WWE heißt es dazu schlicht, dass der Mann nicht ins Storytelling passe.

 

WWE-Superstar Dolph Ziggler mit Vordiplom in Jura

Mit bürgerlichem Namen nennt er sich Nicholas Nemeth. Und er hat ein Vordiplom in Jura. Als WWE-Superstar weiß er über die Unsicherheit des Geschäfts Bescheid, weshalb für ihn Plan B nie infrage stand. Das änderte aber nichts an seiner Entschlossenheit, Wrestler zu werden. Genau genommen fasste er den Entschluss bereits im Alter von 5 Jahren. Seit ihn sein Vater zu einem Event mitgenommen hat, war es um ihn geschehen. Nur einen Monat später begann er mit dem Wrestling. Der Mann lebt für den Sport.

 

Antonio Cesaro vom Kaufmann zum WWE-Wrestler

Ähnlich erging es Claudio Castagnoli alias Antonio Cesaro. Der gebürtige Luzerner hatte als gelernter Kaufmann eine veritable Karriere in Aussicht, ehe ihn das Glück der Greencard-Lotterie in die USA führte, wo er sich ganz und gar dem Wrestling verschrieb. Naturgemäß stellt sich die Frage, ob ein Wechsel vom Hobby zur Profilaufbahn Sinn macht. Cesare hat kurzerhand Anzug und Krawatte gegen Badehosen eingetauscht und sich zielstrebig seinen Platz in der WWE gesichert. Er konsumiert zwischen 3.500 und 4.500 Kalorien täglich, ist etwa 300 Tage im Jahr auf Achse und verbringt die wenige Zeit zuhause bei seinen Lieben. Bedauert hat er seine Entscheidung nie, im Gegenteil. Für ihn ist ein Leben ohne Wrestling undenkbar.

 

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