Sonntag, den 19. Februar 2017

Glück und Rituale in der Wrestlingwelt

Februar 24, 2016 by  
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Glück und Rituale in der Wrestlingwelt!

Man kennt es vielleicht vom Fußball: abergläubische Rituale, die Spieler auf dem Platz mit todernster Miene ausführen, und die bei vielen Fans lediglich Verwunderung hervorrufen. Diese Spieler schwören, sie könnten ohne bestimmte Rituale nicht spielen. Das führte für Kolo Touré sogar schon zu einer Gelben Karte.

Wrestler halten ebenso an Ritualen fest. Allerdings scheint der Aberglaube in der Wrestlingwelt nicht ganz so stark vertreten zu sein. Rituale gibt es aber doch. Vielleicht weil – anders als bei anderen Sportarten – vieles schon im Voraus entschieden ist. Dennoch liegen bei vielen Wrestlern die Nerven vor einem Match ebenso blank. Sie können sich nie sicher sein, wie ein Match genau ablaufen wird. Es gehört also auch eine Portion Glück dazu, um mit ganzem Körpereinsatz unversehrt zu bleiben. Wie also wissen sich einige der größten Namen in der Wrestlingwelt zu helfen?

Bild: The Badder in the World /// Quelle: https://www.flickr.com/photos/10542402@N06/4854088480/

Jack Swagger hat einen Lieblingshoodie, den er trägt, bevor sein Match beginnt. Allerdings kann er dafür einen guten Grund nennen: Er sagt, durch das Tragen des Kapuzenpullis schwitzt er bereits in der Umkleidekabine (er macht dort ein paar Aufwärmübungen), und das helfe ihm dabei, sich auf den bevorstehenden Kampf vorzubereiten. Außerdem geht er den Kampf noch ein paar Mal in Gedanken durch und stellt ihn sich bildlich vor.

TNA Wrestler Ethan Carter III erzählt, es sind strenge Rituale, mit denen er sich auf einen Kampf vorbereitet. Ob das auch die Rituale von Michael Hutter sind, ist allerdings fraglich. Der „Neffe von Dixie Carter“, den seine Tante auf die Idee gebracht hat, Wrestler zu werden, erzählte im Interview, er führe seine Vorbereitungen auf „fast soziopathische“ Art und Weise aus. Zuerst springt er 5 Minuten lang Seil, sagt er. Dann behandelt er sein Gesicht mit einem Gesichtsreiniger und einer pflanzlichen Feuchtigkeitscreme. Danach besucht er seine Masseurin, und anschließend gönnt er sich noch ein Wellness-Treatment. Er wärmt sich dann mit einigen Push-ups und dergleichen auf und trinkt dabei Perrier-Wasser. Als Hintergrundmusik spiele er klassische Musik, erzählt er weiter. Und natürlich seine eigene. Nach dieser Vorbereitung tritt Ethan Carter III dann entspannt in den Ring.

Bild: Mike Kalasnik /// Quelle: https://www.flickr.com/photos/10542402@N06/4854088480/

Mick Foley führte im Laufe seiner Karriere ein Ritual aus, welches er aber selbst nicht ganz zu verstehen scheint. Er hörte sich vor seinen Auftritten stets das Lied „Winter“ von Tori Amos an. Das mag nicht so ganz verständlich sein, da das Lied eine langsame Ballade ist. Mick verstehe es selbst nicht, gesteht er. Doch der legendäre Wrestler kann sich dadurch gedanklich seine Kämpfe besser vorstellen – das gilt auch für die blutigen Szenen.

Mike Mizanin aka The Miz sagt, er führe sich vor jedem Kampf wie ein Verrückter auf. Er laufe auf und ab und führe Selbstgespräche – er sei so ganz in seiner eigenen Welt. Er sagt, er habe dabei panische Angst. Doch sobald die Show losgeht, sei seine Angst vollkommen verschwunden.

Wrestler nehmen Rituale und Aberglauben bei Weitem nicht so ernst, wie dies bei anderen Sportarten der Fall ist. Beim Fußball ist es so schlimm, dass diese Sportart schon dafür berüchtigt ist. Aber auch beim Tennis gibt es zahlreiche Spieler, die auf ihre Rituale schwören. Rafael Nadal ist extrem abergläubisch. So sehr sogar, dass seine Haare beim Spielen immer hinter seinen Ohren liegen müssen. Er zieht außerdem seine Socken immer genau so weit hoch, bis sie sich auf derselben Höhe befinden.

Die Geschichte um Kolo Touré hat im Internet bereits Berühmtheit erlangt. Der damalige Arsenal-Spieler kam einmal zu spät zur 2. Halbzeit eines Champions-League-Spiels gegen Roma, weil sein Aberglaube ihm vorschrieb, dass er den Platz immer nur als letzter Spieler betreten darf. Blöderweise hatte sich William Gallas aber verletzt und wurde noch in der Umkleidekabine behandelt. So kamen beide zu spät, und Touré erhielt die Gelbe Karte.

Beim Wrestling ist es nicht ganz so schlimm wie beim Fußball. Doch auch hier müssen Sportler auf Glück vertrauen. Und wo es Ungewissheit gibt, entsteht schnell Aberglaube. Die Wrestler können sich im Ring leicht verletzen. Auch ist volle Konzentration gefragt, damit der Kampf möglichst echt aussieht. Wenn ein Wrestler es beispielsweise verpasst, einen Schlag echt aussehen zu lassen, kann dies das ganze Match für die Zuschauer verändern.

Glück gehört also dazu. Einer, der sich vermutlich bestens mit Aberglauben und Ritualen auskennt, ist Ryback. Er arbeitete nämlich – bevor seine Karriere (nach einem Auftritt bei Tough Enough) begann – in einem Casino in Las Vegas und ist auch in Las Vegas geboren und aufgewachsen.

Man kann sich denken, dass in Casinos unglaublicher Aberglaube herrscht. Man findet in den Taschen der Spieler alle erdenklichen Glücksbringer (z. B. echte Hasenfüße), an den Spieltischen werden alle möglichen Rituale ausgeführt. Einige Spieler bitten ihre Freundinnen, die Würfel vor dem Spiel zu küssen.

Die Casino-Spiele verfolgen verschiedene Strategien hierzu. Das 32Red Casino heuert Playboy Bunnies als Croupiers an. Ebenso leiht die Schauspielerin Patsy Kensit 32Red ihre Stimme für die Ansagen des Croupiers. Das Casino Paddypower bietet ein Slotspiel namens Hulkamania an, denn Hulk Hogan soll ebenso Glück bringen.
Ob es nun darum geht, das Glück auf seine Seite zu bringen oder darum, sich durch ein Pre-Match Ritual auf einen bevorstehenden Kampf vorzubereiten – solange die Wrestler danach ein gutes Match vorführen, ist das, was vor dem Match vor sich geht, nur ein Vorspiel auf das eigentliche Spektakel.

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